Ihre Arbeitskraft absichern
Berufsunfähigkeitsversicherung: Ihr Einkommen, wenn der Körper nicht mehr mitmacht
Ihre Arbeitskraft ist Ihr wertvollstes Kapital. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt Ihnen eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr ausüben können – damit Miete, Kredit und Alltag weiter bezahlt werden.
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Berufsunfähigkeitsversicherung
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Für wen ist das sinnvoll?
- Angestellte, deren Lebensstandard vom Arbeitseinkommen abhängt
- Selbstständige ohne Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungsrente
- Auszubildende und Studierende, die sich jung und gesund versichern möchten
- Familien mit einem Hauptverdiener
- Immobilienbesitzer mit laufendem Kredit
- Beamte, ergänzend zur Dienstunfähigkeitsabsicherung
Warum die gesetzliche Absicherung nicht reicht
Viele verlassen sich darauf, dass der Staat einspringt, wenn sie nicht mehr arbeiten können. Tatsächlich gibt es die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Sie hat aber zwei große Schwächen. Erstens ist sie niedrig: Die volle Erwerbsminderungsrente liegt in der Regel deutlich unter dem letzten Nettoeinkommen. Zweitens wird sie nur gezahlt, wenn Sie praktisch gar keine Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts mehr ausüben können – egal, was Sie gelernt haben. Wer weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann, erhält die volle, wer zwischen drei und sechs Stunden arbeiten kann, nur die halbe Rente. Für jüngere Menschen gibt es keinen Berufsschutz mehr: Eine Ingenieurin, die noch als Telefonistin arbeiten könnte, gilt nicht als erwerbsgemindert. Zudem müssen bestimmte Mindestversicherungszeiten erfüllt sein, die Berufseinsteiger und viele Selbstständige nicht haben.
Was eine private BU leistet
Die private Berufsunfähigkeitsversicherung stellt auf Ihren zuletzt ausgeübten Beruf ab, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war. In den meisten Tarifen gilt: Können Sie diesen Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben, zahlt der Versicherer die vereinbarte Rente. Häufige Ursachen sind übrigens nicht Unfälle, sondern psychische Erkrankungen, Erkrankungen von Rücken und Gelenken sowie Krebs.
Die Klauseln, auf die es ankommt
Verzicht auf abstrakte Verweisung
Bei der abstrakten Verweisung könnte der Versicherer Sie auf einen anderen Beruf verweisen, den Sie theoretisch noch ausüben könnten – auch wenn Sie ihn gar nicht ausüben. Gute Tarife verzichten darauf. Eine konkrete Verweisung, also auf einen Beruf, den Sie tatsächlich neu ausüben und der Ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht, bleibt oft möglich.
Prognosezeitraum und rückwirkende Leistung
Der Prognosezeitraum gibt an, für wie lange ein Arzt die Berufsunfähigkeit voraussichtlich bestätigen muss. Üblich und kundenfreundlich sind sechs Monate. Wichtig ist außerdem, dass die Rente rückwirkend ab Beginn der Berufsunfähigkeit gezahlt wird, auch wenn Sie den Antrag später stellen.
Arbeitsunfähigkeitsklausel
Die Prüfung einer Berufsunfähigkeit dauert oft Monate. Eine optionale AU-Klausel sorgt je nach Tarif dafür, dass schon bei längerer Krankschreibung für eine begrenzte Zeit Leistungen fließen.
Nachversicherungsgarantie und Dynamik
Ihr Einkommen steigt, Sie heiraten, bekommen Kinder oder kaufen eine Immobilie. Mit einer Nachversicherungsgarantie können Sie die Rente bei solchen Anlässen ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen. Eine Beitragsdynamik erhöht Beitrag und Rente jährlich automatisch, eine Leistungsdynamik lässt eine laufende Rente im Leistungsfall weiter steigen.
Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Als Faustregel gilt: Die Rente sollte rund 70 bis 80 Prozent Ihres Nettoeinkommens abdecken. Bedenken Sie, dass von der BU-Rente unter Umständen noch Steuern und Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgehen. Ein Rechenbeispiel in Worten: Verdienen Sie netto einen bestimmten Betrag, sollte die versicherte Rente so bemessen sein, dass nach diesen Abzügen Ihre festen Kosten weiterhin gedeckt sind. Ebenso wichtig ist das Endalter: Der Schutz sollte möglichst bis zum geplanten Renteneintritt laufen, damit keine Lücke zwischen BU-Rente und Altersrente entsteht.
| Checkliste | Darauf sollten Sie achten |
|---|---|
| Verweisung | Verzicht auf abstrakte Verweisung |
| Prognose | Sechs Monate, rückwirkende Leistung |
| Laufzeit | Bis zum geplanten Rentenbeginn |
| Anpassung | Nachversicherungsgarantie ohne Gesundheitsprüfung |
| Engpässe | Stundungsmöglichkeit statt Kündigung |
Typische Lücken in bestehenden Verträgen
Wenn wir ältere BU-Verträge prüfen, stoßen wir immer wieder auf dieselben Schwachstellen:
- Die versicherte Rente wurde vor vielen Jahren festgelegt und passt nicht mehr zum heutigen Einkommen.
- Der Schutz endet mit 55 oder 60 Jahren und lässt eine Lücke bis zur Altersrente.
- Die BU ist nur als Zusatzbaustein an eine Lebensversicherung gekoppelt, die gekündigt werden soll.
- Eine Nachversicherungsgarantie fehlt oder wurde bei Heirat und Geburt nicht genutzt.
Bevor Sie einen bestehenden Vertrag ändern oder kündigen, sollten Sie ihn unbedingt prüfen lassen. Ein alter Vertrag mit damals guter Gesundheit ist oft wertvoller als ein neuer.
„Schließen Sie die BU so früh wie möglich ab. Mit jedem Jahr und jeder Diagnose wird die Gesundheitsprüfung schwieriger – der Schutz, den Sie heute sichern, bleibt Ihnen dagegen erhalten.“
Lassen Sie uns gemeinsam Ihre Rentenhöhe, die passende Laufzeit und die Gesundheitsfragen durchgehen – kostenlos und unverbindlich.
Leistungsübersicht Berufsunfähigkeitsversicherung
Auf einen Blick: was enthalten ist – je Variante. Die genauen Leistungen hängen vom gewählten Tarif ab; wir prüfen sie im Gespräch für Ihre Situation.
| Leistung | Gesetzliche EM-Rente | Private BU |
|---|---|---|
| Leistungsauslöser | ||
| Maßstab für die LeistungWoran die Leistungspflicht gemessen wird | jede Tätigkeit des Arbeitsmarkts | zuletzt ausgeübter Beruf |
| Leistung abGrad der Einschränkung | unter 6 bzw. 3 Std. täglich | ab 50 % Berufsunfähigkeit |
| Verzicht auf abstrakte VerweisungKeine Verweisung auf theoretisch mögliche Berufe | nicht enthalten | ✓ je nach Tarif |
| PrognosezeitraumVoraussichtliche Dauer der Berufsunfähigkeit | nicht enthalten | 6 Monate |
| Rückwirkende LeistungAb Beginn der Berufsunfähigkeit, auch bei späterer Meldung | eingeschränkt | enthalten |
| ArbeitsunfähigkeitsklauselLeistung schon bei längerer Krankschreibung | nicht enthalten | optional |
| MindestversicherungszeitenVoraussetzung für den Anspruch | 5 Jahre, davon 3 mit Pflichtbeiträgen | keine Wartezeit |
| Leistungshöhe | ||
| Höhe der RenteTypische Größenordnung | meist deutlich unter dem Netto | frei vereinbar, z. B. 70–80 % des Netto |
| Beitragsbefreiung im LeistungsfallKeine Beiträge während der Berufsunfähigkeit | nicht enthalten | enthalten |
| LeistungsdynamikSteigende Rente im Leistungsfall | gesetzliche Rentenanpassung | optional |
| Laufzeit der LeistungBis zu welchem Alter gezahlt wird | bis zur Altersrente | bis zum vereinbarten Endalter, z. B. 67 |
| Anpassung & Flexibilität | ||
| NachversicherungsgarantieErhöhung ohne neue Gesundheitsprüfung, z. B. bei Heirat oder Geburt | nicht enthalten | ✓ je nach Tarif |
| BeitragsdynamikJährliche Erhöhung von Beitrag und Rente | nicht enthalten | optional |
| Stundung bei ZahlungsschwierigkeitenBeiträge vorübergehend aussetzen, Schutz bleibt | nicht enthalten | je nach Tarif |
| Umorganisationsklausel für SelbstständigeZumutbarkeit einer Betriebsumorganisation | nicht enthalten | je nach Tarif eingeschränkt |
| Leistungsprüfung | ||
| Weltweiter VersicherungsschutzLeistung auch bei Berufsunfähigkeit im Ausland | eingeschränkt | enthalten |
| Befristete AnerkenntnisseZeitlich begrenzte Leistungszusage | häufig befristet | je nach Tarif begrenzt |
| Unterstützung beim LeistungsantragBegleitung durch Ihre Berater | nicht enthalten | ✓ durch Poth & Poth |
Vereinfachte Übersicht ohne Gewähr. Maßgeblich sind die Versicherungsbedingungen und Tarifunterlagen.
Praxisbeispiel: Nina, 36, Bürokauffrau mit Burnout
Nach einer längeren Phase hoher Belastung erkrankt Nina an einer schweren Depression. Sie ist über Monate krankgeschrieben, die Ärzte gehen davon aus, dass sie ihren Beruf für lange Zeit nicht mehr ausüben kann. Für die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht das nicht, weil sie leichte Tätigkeiten theoretisch noch stundenweise ausüben könnte. Ihre private BU zahlt dagegen die vereinbarte Rente, rückwirkend ab Beginn der Berufsunfähigkeit, und die Beiträge entfallen während der Leistung.
Praxisbeispiel: Daniel, 42, selbstständiger Dachdecker
Nach einem Bandscheibenvorfall kann Daniel nicht mehr auf Dächern arbeiten. Als Selbstständiger hat er kaum Anspruch auf gesetzliche Leistungen. Der Versicherer prüft, ob er seinen Betrieb so umorganisieren kann, dass er überwiegend im Büro arbeitet. Weil das bei einem kleinen Betrieb nicht zumutbar ist, erhält er seine BU-Rente. Wir haben ihn bei der Zusammenstellung der Unterlagen begleitet.
Häufige Fragen zu Berufsunfähigkeitsversicherung
Ab wann gilt man als berufsunfähig?
In den meisten Tarifen dann, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich mindestens sechs Monate zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können. Maßgeblich ist, wie Ihr Beruf konkret ausgestaltet war.
Was bedeutet abstrakte Verweisung?
Der Versicherer könnte Sie auf einen anderen Beruf verweisen, den Sie aufgrund Ihrer Ausbildung und Erfahrung ausüben könnten, auch wenn Sie ihn tatsächlich nicht ausüben. Wird darauf verzichtet, kann er Sie nur auf einen Beruf verweisen, den Sie wirklich neu ausüben.
Wie lange sollte die BU laufen?
Idealerweise bis zum geplanten Beginn Ihrer Altersrente. Endet der Schutz früher, entsteht eine Lücke in einem Alter, in dem das Risiko einer Berufsunfähigkeit besonders hoch ist.
Ich habe Vorerkrankungen – bekomme ich trotzdem eine BU?
Häufig ja, eventuell mit einem Risikozuschlag oder einem Ausschluss bestimmter Erkrankungen. Über eine anonyme Risikovoranfrage klären wir vorab, zu welchen Bedingungen ein Vertrag möglich ist. Ist eine BU nicht möglich, kann eine Grundfähigkeitsversicherung eine Alternative sein.
Muss ich die BU-Rente versteuern?
Bei einer selbstständigen BU-Versicherung wird nur der Ertragsanteil besteuert, der von der Laufzeit der Rente abhängt. Bei einer BU über die betriebliche Altersvorsorge oder in Verbindung mit einer Basisrente gelten andere Regeln. Wir erläutern Ihnen die Unterschiede.
Brauche ich als Beamter eine BU?
Beamte benötigen vor allem eine Absicherung bei Dienstunfähigkeit, weil der Dienstherr hierüber und nicht über Berufsunfähigkeit entscheidet. Achten Sie auf eine echte Dienstunfähigkeitsklausel, gerade in den ersten Dienstjahren mit geringen Versorgungsansprüchen.