Wenn eine BU nicht passt
Grundfähigkeitsversicherung: Eine Rente, wenn wichtige Fähigkeiten verloren gehen
Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie bestimmte körperliche oder geistige Fähigkeiten verlieren – unabhängig davon, welchen Beruf Sie ausüben. Sie ist eine wichtige Alternative, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer oder nicht erhältlich ist.
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Grundfähigkeitsversicherung
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Für wen ist das sinnvoll?
- Handwerker und körperlich Arbeitende mit hohem BU-Beitrag
- Menschen mit Vorerkrankungen, die keine BU erhalten
- Schüler und junge Menschen ohne festen Berufsweg
- Selbstständige, die einen klar definierten Leistungsauslöser wünschen
- Berufstätige, die ihre BU um eine zweite Säule ergänzen möchten
Das Prinzip: Fähigkeiten statt Beruf
Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung kommt es darauf an, ob Sie Ihren konkreten Beruf noch ausüben können. Die Grundfähigkeitsversicherung fragt anders: Können Sie bestimmte, genau beschriebene Fähigkeiten noch nutzen? Dazu gehören zum Beispiel Sehen, Hören, Sprechen, Gehen, Treppensteigen, Knien und Bücken, der Gebrauch der Hände oder das Heben und Tragen. Verlieren Sie eine dieser Fähigkeiten in dem in den Bedingungen festgelegten Ausmaß und voraussichtlich für einen längeren Zeitraum – häufig zwölf Monate –, zahlt der Versicherer die vereinbarte Rente.
Weil die Leistungsauslöser so klar definiert sind, ist die Grundfähigkeitsversicherung für Versicherer besser kalkulierbar. Das wirkt sich häufig auf den Beitrag und die Gesundheitsprüfung aus, gerade bei körperlich anspruchsvollen Berufen.
Wann ist sie die richtige Wahl?
Für viele Berufstätige bleibt die Berufsunfähigkeitsversicherung der umfassendere Schutz. Es gibt aber Situationen, in denen die Grundfähigkeitsversicherung die bessere oder einzig mögliche Lösung ist:
- Körperlich anspruchsvolle Berufe: Für Dachdecker, Pflegekräfte, Gerüstbauer oder Lagerarbeiter ist eine BU oft sehr teuer. Die Grundfähigkeitsversicherung bietet hier einen bezahlbaren Einstieg.
- Vorerkrankungen: Wer etwa wegen einer früheren psychotherapeutischen Behandlung keine BU erhält, kann häufig eine Grundfähigkeitsversicherung abschließen.
- Schüler und junge Menschen: Für Jugendliche, deren Berufsweg noch offen ist, ist sie ein unkomplizierter Start.
- Ergänzung: Wer bereits eine BU hat, kann mit einer Grundfähigkeitsversicherung zusätzliche Sicherheit für schwere körperliche Einschränkungen schaffen.
Die Grenzen offen benannt
Auch Erkrankungen wie Krebs führen nicht automatisch zur Leistung. Entscheidend ist, ob dadurch eine versicherte Fähigkeit verloren geht. Einige Tarife bieten deshalb Zusatzbausteine an, etwa für schwere Krankheiten, für Pflegebedürftigkeit oder für den Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit.
Grundfähigkeit und BU im Vergleich
| Merkmal | Grundfähigkeitsversicherung | Berufsunfähigkeitsversicherung |
|---|---|---|
| Leistungsauslöser | Verlust definierter Fähigkeiten | Einschränkung im ausgeübten Beruf |
| Psychische Erkrankungen | Meist eingeschränkt | Grundsätzlich mitversichert |
| Gesundheitsprüfung | Häufig vereinfacht | Umfassend |
| Eignung für körperliche Berufe | Oft gut bezahlbar | Oft teuer |
Worauf Sie bei den Bedingungen achten sollten
Umfang des Fähigkeitenkatalogs
Je mehr Fähigkeiten versichert sind und je genauer sie beschrieben werden, desto besser. Prüfen Sie, ob auch Fähigkeiten wie Autofahren, Sitzen oder die Nutzung eines Computers enthalten sind – je nach Beruf können gerade diese wichtig sein.
Schwelle und Prognose
Jede Fähigkeit hat eine eigene Leistungsschwelle, zum Beispiel eine bestimmte Gehstrecke, die nicht mehr bewältigt werden kann. Achten Sie darauf, wie streng diese Schwellen sind und wie lange der Verlust voraussichtlich andauern muss.
Anpassung an Ihr Leben
Wie bei der BU sind eine Nachversicherungsgarantie, eine Dynamik und die Beitragsbefreiung im Leistungsfall wichtige Bausteine. So bleibt Ihr Schutz auch in zehn oder zwanzig Jahren ausreichend.
Wie hoch sollte die Rente sein?
Für die Höhe der Grundfähigkeitsrente gelten ähnliche Überlegungen wie bei der BU. Ein Rechenbeispiel in Worten: Stellen Sie Ihre festen monatlichen Kosten zusammen – Miete oder Kreditrate, Nebenkosten, Versicherungen, Lebensmittel, Mobilität. Ziehen Sie mögliche gesetzliche Leistungen ab. Die verbleibende Differenz ist die Mindestrente, die Sie versichern sollten. Zusätzlich sollten Sie bedenken, dass bei schweren körperlichen Einschränkungen oft Mehrkosten entstehen, etwa für Fahrdienste, Haushaltshilfe oder einen Umbau der Wohnung.
Checkliste vor dem Abschluss
- Welche Fähigkeiten sind für Ihren Beruf und Ihren Alltag unverzichtbar?
- Sind diese Fähigkeiten im Katalog enthalten und verständlich beschrieben?
- Gibt es Zusatzbausteine für psychische Erkrankungen oder schwere Krankheiten?
- Läuft der Schutz bis zum geplanten Rentenbeginn?
- Besteht eine Option, später in eine BU zu wechseln?
„Eine Grundfähigkeitsversicherung ist kein Ersatz zweiter Klasse, sondern eine eigenständige Lösung. Sie ist allemal besser, als gar keine Absicherung der Arbeitskraft zu haben.“
Unser Vorgehen
Wir prüfen zunächst, ob für Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu angemessenen Bedingungen möglich ist. Ist das nicht der Fall oder passt sie nicht zu Ihrem Budget, zeigen wir Ihnen, wie eine Grundfähigkeitsversicherung Ihre wichtigsten Risiken abdeckt – kostenlos und unverbindlich.
Leistungsübersicht Grundfähigkeitsversicherung
Auf einen Blick: was enthalten ist – je Variante. Die genauen Leistungen hängen vom gewählten Tarif ab; wir prüfen sie im Gespräch für Ihre Situation.
| Leistung | Grundfähigkeit | Berufsunfähigkeit |
|---|---|---|
| Leistungsauslöser | ||
| Bezug zum ausgeübten BerufWird der konkrete Beruf geprüft? | nicht enthalten | enthalten |
| Verlust definierter FähigkeitenKlar beschriebene Leistungsschwellen | enthalten | über Beruf |
| PrognosezeitraumVoraussichtliche Dauer der Einschränkung | meist 12 Monate | meist 6 Monate |
| Psychische ErkrankungenLeistung bei Depression, Burnout, Angststörung | eingeschränkt, je nach Tarif | enthalten |
| Versicherte Fähigkeiten | ||
| Sehen, Hören, SprechenSinnes- und Kommunikationsfähigkeiten | enthalten | über Beruf |
| Gehen und TreppensteigenMobilität nach definierten Strecken | enthalten | über Beruf |
| Hände gebrauchen, Heben und TragenFein- und Grobmotorik, Belastbarkeit | enthalten | über Beruf |
| Knien, Bücken, SitzenKörperhaltungen im Alltag | je nach Tarif | über Beruf |
| AutofahrenVerlust der Fahrtauglichkeit | je nach Tarif | über Beruf |
| Geistige LeistungsfähigkeitGedächtnis, Orientierung, Konzentration | optional | über Beruf |
| PflegebedürftigkeitLeistung bei festgestelltem Pflegebedarf | je nach Tarif | optional |
| Antrag & Beitrag | ||
| GesundheitsprüfungUmfang der Gesundheitsfragen | häufig vereinfacht | umfassend |
| Beitragsniveau bei körperlichen BerufenVergleich der Größenordnung | in der Regel niedriger | in der Regel höher |
| Beitragsbefreiung im LeistungsfallKeine Beiträge während der Leistung | enthalten | enthalten |
| Anpassung | ||
| NachversicherungsgarantieErhöhung ohne neue Gesundheitsprüfung | je nach Tarif | ✓ je nach Tarif |
| Beitrags- und LeistungsdynamikSchutz wächst mit der Inflation | optional | optional |
| Wechseloption in eine BUSpäterer Umstieg ohne neue Gesundheitsprüfung | je nach Tarif | nicht enthalten |
Vereinfachte Übersicht ohne Gewähr. Maßgeblich sind die Versicherungsbedingungen und Tarifunterlagen.
Praxisbeispiel: Kevin, 24, Zimmerer
Für Kevin wäre eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit ausreichender Rente kaum bezahlbar gewesen. Mit einer Grundfähigkeitsversicherung hat er einen bezahlbaren Schutz für die Fähigkeiten, die er für seinen Beruf am dringendsten braucht. Nach einem Arbeitsunfall kann er sein rechtes Knie dauerhaft nicht mehr ausreichend belasten und die vereinbarte Gehstrecke nicht mehr bewältigen. Die Versicherung zahlt die vereinbarte monatliche Rente.
Praxisbeispiel: Laura, 31, Sachbearbeiterin mit früherer Therapie
Laura war vor einigen Jahren in psychotherapeutischer Behandlung und erhielt deshalb keine BU zu akzeptablen Bedingungen. Über eine Grundfähigkeitsversicherung ist sie nun gegen schwere körperliche Einschränkungen abgesichert. Wir haben ihr offen erklärt, dass psychische Erkrankungen damit nur eingeschränkt versichert sind, und prüfen in einigen Jahren erneut, ob eine BU möglich wird.
Häufige Fragen zu Grundfähigkeitsversicherung
Ist eine Grundfähigkeitsversicherung genauso gut wie eine BU?
Sie ist anders, nicht schlechter oder besser. Die BU schützt umfassender, weil sie auf den Beruf abstellt und psychische Erkrankungen einschließt. Die Grundfähigkeitsversicherung ist häufig günstiger und leichter zu bekommen, deckt aber nur den Verlust bestimmter Fähigkeiten ab.
Sind psychische Erkrankungen versichert?
In der Regel nur eingeschränkt. Eine Leistung erfolgt meist nur, wenn durch die Erkrankung eine versicherte Fähigkeit verloren geht oder ein entsprechender Zusatzbaustein vereinbart ist, je nach Tarif.
Für wen eignet sich die Grundfähigkeitsversicherung besonders?
Vor allem für Menschen in körperlich anspruchsvollen Berufen, für Personen mit Vorerkrankungen, die keine BU erhalten, sowie für Schüler und junge Menschen. Auch als Ergänzung zu einer bestehenden BU kann sie sinnvoll sein.
Kann ich später noch in eine BU wechseln?
Manche Tarife bieten eine Option, später ohne neue Gesundheitsprüfung in eine BU zu wechseln, etwa nach Ausbildungsende. Ob und zu welchen Bedingungen das möglich ist, hängt vom Tarif ab.
Wie lange muss der Verlust einer Fähigkeit andauern?
Häufig wird verlangt, dass der Verlust voraussichtlich mindestens zwölf Monate andauert. Die genaue Dauer und die Schwelle für jede Fähigkeit stehen in den Versicherungsbedingungen.